Veranstaltungsarchiv zu Konsumkritik

09.11.2010 „Nueva Vida Fair Trade Zone“ um 19:30 im Autonomicum, Freiraumcafé im Blauen Turm der Universität Göttingen

Vom 1. bis 12. November 2010 werden Maria Elena Medina Vallejos und Sulema Mena Garay von der Frauenkooperative „Nueva Vida Fair Trade Zone“ in zehn bundesdeutschen Städten nicht nur von den schlechten Arbeitsbedingungen in den Sweatshops der Textilindustriebranche berichten, sondern auch ihr kollektivistisches Alternativmodell vorstellen.

Die Kooperative „Nueva Vida Fair Trade Zone“ hat nach der Zerstörung der Sweatshop-Arbeitsstätten durch den Hurricane Mitch mit Hilfe einer Anschubfinanzierung von der Non-Profit-Organisation „Center for Development in Central America“ (CDCA) innerhalb weniger Jahre die Kooperative „Nueva Vida Fair Trade Zone“ aufgebaut, die aktuell 36 Arbeiterinnen in Vollzeit beschäftigt. Gebäude und Maschinen sind Eigentum der Mitglieder, die sich selbst als „owner-workers“ bezeichnen. Die Kooperative ist genossenschaftlich organisiert. Somit werden alle Entscheidungen auf dem monatlichen Plenum, bei dem jedes Mitglied der Kooperative gleichberechtigt eine Stimme hat, getroffen. Neue Genossinnen müssen nach spätestens drei Monaten verpflichtend Mitglied werden, um ein Arbeitnehmerinnen-Arbeitgeberinnen-Verhältnis dauerhaft zu verhindern. Weiterhin garantiert das Kollektiv, im lokalen Kontext betrachtet, faire existenzsicherende Löhne. Zur Zeit zahlen sich die Mitglieder ein Einkommen von (umgerechnet) 140 US-Dollar aus. Der gemeinsam festgelegte betriebsinterne Mindestlohn ist im Durchschnitt 25% höher als der landesweite Mindestlohn.

Die T-Shirts der Kooperative gibt es unter anderem bei Zündstoff zu kaufen. Oder aber im Weltladencafé in der Nikolaistraße 10 in Göttingen.

Mi. 15.09.2010 Schöffel/The North Face/Tatonka &  Co – Image und Realität der Outdoor Branche um 19:30 im Autonomicum, Freiraumcafé im Blauen Turm der Universität Göttingen (Vorher: um 17 Uhr treffen wir uns zu einer offenen konsumkritischen Stadtführung am Gänseliesel)

Gewerkschaftsverbot, erzwungene Überstunden, Hungerlöhne: Eine Gewerkschafterin aus El Salvador berichtet über die Arbeitsbedingungen in der Produktion für Outdoor-Markenfirmen

Kaum eine andere Branche konnte in den vergangenen Jahren derart starke Zuwachsraten erzielen wie die HerstellerInnen von Outdoor-
Bekleidung. Marken wie Jack Wolfskin, The North Face oder Patagonia haben sich von reinen Ausstattern für Natur- und Abenteuer-Freunde zu AnbieterInnen angesagter Alltagskleidung entwickelt. Die meisten KäuferInnen setzen darauf, dass Outdoor-Kleidung sozial- und umweltverträglich produziert wurde. Die Wirklichkeit sieht jedoch häufig anders aus. Zwischen Image und Realität der Outdoor-Branche klafft oftmals eine skandalöse Lücke. Aus Anlass einer kürzlich erschienenen Outdoor-Studie der Kampagne für Saubere Kleidung (Clean Clothes Campaign/CCC), die für Schlagzeilen und Aufregung in der Outdoor-Branche gesorgt hat, besucht Jeaneth Pineda aus El Salvador Deutschland. Sie wird hier über ihre langjährigen Erfahrungen als Näherin in einer Weltmarktfabrik berichten. Jeaneth Pineda ist 36 Jahre alt und arbeitet seit 16 Jahren in der Bekleidungsindustrie El Salvadors, um ihre vierköpfige Familie zu ernähren.
Darüber hinaus ist sie gewerkschaftlich engagiert. Aktuell ist sie an Untersuchungen über die Arbeitsbedingungen in einer Zulieferfabrik bekannter Outdoor-Markenunternehmen wie The North Face, Patagonia und Marmot beteiligt.