Schreibt euer Zukunftsmenü für 2030!

EUER ZUKUNFTSMENÜ FÜR 2030

Das Thema Landwirtschaft ist gerade groß in der Debatte. In der Politik und in der Öffentlichkeit wird diskutiert, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll.
Die Vorschläge reichen von einer industrialisierten Landwirtschaft, die homogene Massenware produziert, bis zur kleinbäuerlichen, vielfältigen Landwirtschaft, die ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt.

Schreibt in einem kurzen Text, wie Ihr euch die Landwirtschaft in 20 Jahren vorstellt. Was steht 2030 bei uns auf dem Speiseplan und wo und wie werden die Produkte wohl produziert, die wir essen? Es ist euch überlassen, ob ihr ein positives (Utopie) oder negatives (Dystopie) Zukunftsszenario zeichnet…

Hier gibt es ein paar Gedankenanregungen für euch:

DYSTOPIE

Wenn ihr die aktuellen negativen Tendenzen weiterdenkt und überspitzt, könntet ihr zu folgenden Einschätzung über die Welternährung in 20 Jahren kommen:

KLIMAWANDEL
Wüsten, Trockenzonen, Extremwetterverhältnisse nehmen zu. Landfläche, auf der Nahrung angebaut werden kann, nimmt ab, besonders betroffen sind die Länder des globalen Südens, insbesondere Teile Afrikas. Es gibt Kämpfe um Land  … (denke dieses Szenario weiter)

MACHT DER AGRARKONZERNE
Das Saatgut wird zu 100% von großen Agrarkonzernen bereitgestellt, die Bauern produzieren kein eigenes Saatgut mehr. Das Wissen über Züchtung und Saatgutvermehrung ist bei den Bauern verloren gegangen …

GENTECHNIK
Überall auf der Welt wachsen Genpflanzen …

LANDGRABBING
Große, finanzkräftige Investoren kaufen im großen Stil Land auf, um für den Export Nahrungsmittel und Agrotreibstoffe anzubauen …

SPEKULATION MIT NAHRUNGSMITTELN
An der Börse wird mit Nahrungsmitteln gezockt, die Preise für Nahrungsmittel sind extremen Preisschwankungen ausgesetzt …

UTOPIE

Wenn ihr positive Tendenzen, die es bereits gibt, weiterdenkt, könntet ihr aber auch zu einer solchen Einschätzung kommen:

GUERILLA GARDENING
Menschen in den Städten beginnen auf nutzlosen Grünflächen in der Stadt Gemüse und Blumen anzubauen. Die Städte werden auf diese Weise bunter und lebendiger. Überall in der Stadt wachsen Tomaten, Zucchini, Erbsen, Kürbisse und viele Obstbäume. Du brauchst gar nicht mehr so oft in den Supermarkt zu gehen … (denke dieses Szenario weiter)

COMMUNITY GARDENING
Außerdem gibt es Gemeinschaftsgärten, in denen sich viele Menschen aus deiner Stadt zusammengetan haben, um zusammen Gemüse anzubauen. Ihr kocht zusammen das selbst geerntete Gemüse …

TRANSITION TOWN BEWEGUNG
Viele Menschen in deiner Stadt haben gemerkt, dass das derzeitige Prinzip der kapitalistischen Konsumgesellschaft an ihre Grenzen stoßen. Sie versuchen von unten neue Prinzipien des Zusammenlebens aufzubauen, die nicht in erster Linie auf den Konsum- und Wachstumsprinzipien basieren. Sie richten „Läden“ ein, in denen man Dinge nicht kaufen muss, sondern tauschen kann, sie gründen gemeinsame Wohnprojekte, Gemeinschaftsgärten, Mitfahrzentralen, ……

COMMUNITY SUPPORTED AGRICULTUR/SOLIDARISCHE LANDWIRTSCHAFT
Mehrere Haushalte schließen sich mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zusammen. Die
Haushalte nehmen alle Produkte zu einem gemeinsam ausgehandelten Preis ab. Der Bauer
oder die Bäuerin hat dadurch feste AbnehmerInnen und die Haushalte werden mit lokalen
Produkten versorgt, ohne in den Supermarkt gehen zu müssen …

KEIN ÖL MEHR
Die Ölreserven sind aufgebraucht, es können also keine Pestizide und chemischen Düngemittel mehr produziert werden, was dazu führt, dass überall auf der Welt wieder ökologisch produziert wird …

FAIRER HANDEL
Immer mehr Konsumenten haben gemerkt, dass die bisherigen Preise für Lebensmittel nicht fair sind, weil bei den Produzenten kaum Geld ankommt. Viele Konsumenten sind bereit mehr Geld für fair gehandelte Lebensmittel auszugeben …

KOOPERATIVEN
Viele Bauern, im globalen Norden, wie auch im globalen Süden wehren sich gegen die Macht der großen Ernährungsindustrie. Sie tun sich zusammen und kaufen Fabriken, in denen sie ihre Produkte selbst verarbeiten. Diese neuen Fabriken sind nach dem Pinzip von Kooperativen organisiert, d.h. alle Mitglieder der Kooperative sind gleichermaßem am Gewinn beteiligt …

Bon Appétit!

Ein Gedanke zu „Schreibt euer Zukunftsmenü für 2030!“

  1. Über neue Lebensformen und Produktionsmöglichkeiten wird ja schon seit tausenden von Jahren diskutiert und geforscht. Eigentlich bräuchte man in der Zukunft gar nicht nach neuen Formen der Produktion zu suchen, sondern sich intensiver den schon bekannten widmen. Das Prinzip der Kibuzze ist bestimmt nicht das schlechteste, sofern man bereit ist in einer engen sozialen Gemeinschaft leben und arbeiten zu können. Allerdings müssen die Präferenzen klar und eindeutig definiert werden. Das bedeutet den Verzicht auf eine Gewinnmaximierung. Wird dieses Prinzip nicht ausgeschlossen, kommt es wieder zu einem Wettbewerb um die Marktvorteile, was unweigerlich zu Lasten der Böden und letztendlich auch der Qualität der Produkte geht. Wer nicht immer mehr billiger herstellen oder ernten will, dem bleibt nur die Variante bessere und gesündere Ware zu produzieren. Und davon würden ja alle profitieren. Was macht aber derjenige, der sich nicht in ein Kibbuz oder ähnliches System unterordnen will? Dieser Fakt muss ebenfalls geklärt werden, denn der persönlichen Entscheidungsfreiheit will man ja niemanden berauben.

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